Eisenmangel - Die häufigste Mangelerscheinung

Eisenmangel ist weltweit die häufigste Mangelerscheinung. Betroffen sind hiervon also nicht nur Menschen in Entwicklungs- oder Dritte-Welt-Ländern, sondern auch zahlreiche Menschen, die stetigen Zugang zu einer ausgewogenen und eisenreichen Ernährung haben. 

Etwa 10 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an Eisenmangel. Bei Mädchen und Frauen im fruchtbaren Alter sind es sogar 15 Prozent. In vielen Fällen bleibt ein Eisenmangel jedoch lange Zeit oder sogar gänzlich unerkannt. Die Dunkelziffern sind daher dementsprechend höher.

Was ist Eisenmangel?

Eisen ist an der Bildung des roten Blutfarbstoffes beteiligt, einem wichtigen Bestandteil der roten Blutkörperchen. Ein schlechter Eisenwert kann den Gesundheitszustand stark beeinträchtigen.Ein Eisenmangel liegt immer dann vor, wenn mehr Eisen verbraucht oder ausgeschieden wird, als der Körper aufnimmt. Die Eisenbilanz ist also negativ. Je nachdem, wie viel Eisen verbraucht oder ausgeschieden wird und wie viel Eisen durch die Nahrung wieder zugeführt wird, kann ein leichter, mittelschwerer oder starker Eisenmangel vorliegen. Der Schweregrad des Eisendefizits richtet sich nach dem noch vorhandenen Eisenspeicher und dem Einfluss auf die Blutbildung.

Leichter Eisenmangel
Bei einem leichten Eisenmangel ist der Speicher zwar bereits angegriffen, dies hat aber noch keinen Einfluss auf die Bildung der roten Blutkörperchen.

Mittelschwerer Eisenmangel
Von einem mittelschweren Mangel ist die Rede, wenn bereits eine leichte Anämie - also eine beginnende Blutarmut - vorliegt.

Schwerer Eisenmangel
Eine Eisenmangelanämie oder auch ein schweres Eisendefizit zeichnet sich durch eine klare Blutarmut aus. Hämoglobin wird nur noch in kleinen Mengen vom Körper produziert, da Eisen als Ausgangsstoff fehlt. Die roten Blutkörperchen sind in Größe und Anzahl vermindert. Die Speicher sind völlig erschöpft.

Ein Eisenmangel kann daher unterschiedlich starke Auswirkungen auf das Befinden und den allgemeinen Gesundheitszustand haben. Ist das Defizit nur gering und von kurzer Dauer, fallen damit einhergehende Symptome kaum oder gar nicht auf. Mittelschwere und schwere Mangelzustände haben hingegen eine ausgeprägte Symptomatik und gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter dem Menüpunkt Eisenmangel - Symptome und Ursachen.

Wofür sorgt Eisen im Körper?

Bildung des roten Blutfarbstoffes
Eisen ist an der Bildung des roten Blutfarbstoffes, dem Hämoglobin, beteiligt. Dieses ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen, denn es bindet den Sauerstoff. Zudem wird Eisen für die Bildung verschiedener Enzyme benötigt und ist auch im Myoglobin, dem Farbstoff der Muskeln, enthalten.

Transport und Bindung von Sauerstoff
Die Hauptaufgabe des Eisens besteht in der Bindung und dem Transport von Sauerstoff. In Form des Hämoglobins bindet es den Sauerstoff in Lungennähe zunächst an die roten Blutkörperchen und transportiert ihn durch die Blutbahnen in die Zellen. Auf dem Rückweg von der Zelle zur Lunge binden die roten Blutkörperchen Kohlenstoffdioxid. Auch hieran ist Eisen beteiligt. Als Muskelfarbstoff bindet es Sauerstoff in den Muskeln. Da es auch an der Bildung verschiedener Enzyme beteiligt ist, hat Eisen ebenfalls eine Auswirkung auf den Stoffwechsel. Einige Enzyme sorgen dafür, dass Vitamine und Minerale für den Körper verwertbar werden. Daher gehen mit einem Eisenmangel häufig auch andere Mangelzustände einher. Zudem ist Eisen in Form anderer Enzyme am gesamten Zellstoffwechsel und an der Zellteilung beteiligt und hat einen Einfluss auf das Immunsystem und die Energiegewinnung.

Fehlt Eisen wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt, wichtige Nährstoffe können nicht mehr aufgenommen und absterbende Zellen schlechter ersetzt werden. Die natürliche Entgiftung des menschlichen Organismus wird erschwert. Aufgrund der zahlreichen Aufgaben des Mineralstoffs, macht sich ein Eisenmangel vielseitig bemerkbar.

Wo wird Eisen gespeichert?

Im menschlichen Körper sind zwischen 3,0 und 5,0 Gramm Eisen enthalten. Zwei Drittel, also etwa 67 Prozent, der Gesamtmenge entfallen auf den Blutfarbstoff Hämoglobin. Das restliche Eisen liegt in Form von eisenhaltigen Enzymen sowie dem Muskelfarbstoff Myoglobin vor und wird in Leber, Milz sowie dem Knochenmark gespeichert.

Ab wann spricht man von Eisenmangel?

Im täglichen Durchschnitt verbraucht der Körper 1,0 bis 1,5 Milligramm Eisen. Bei Schwangeren, in der Stillzeit, während großer körperlicher Belastungen und Krankheiten, durch Menstruation und Verletzungen kann dieser Wert auch erheblich steigen. Wird dieses Eisen täglich ersetzt, bleibt die Eisenbilanz im Gleichgewicht. Wird hingegen dauerhaft weniger aufgenommen, erschöpft sich der Eisenspeicher des Körpers. Da nur etwa ein Zehntel des in der Nahrung enthaltenen Eisens aufgenommen werden kann, kann vor allem bei einer einseitigen, eisenarmen Ernährung ein solcher Eisenmangel auftreten.

Bei Frauen: unter 12 g/dl
Als erster Richtwert gilt der Hämoglobinspiegel im Blut. Bei Frauen liegt dieser im Normalfall zwischen 12 g/dl (sprich: Gramm pro Deziliter) und 16 g/dl. Werden 12 g/dl unterschritten, liegt sehr wahrscheinlich ein Eisenmangel vor. Als Blutarmut gelten Werte unter 10 g/dl.

Bei Männern: unter 13 g/dl
Bei Männern gelten 13 g/dl als untere, 18 g/dl als obere Grenze. Fällt der Hämoglobingehalt unter 13 g/dl, wird hier ebenfalls von Eisenmangel gesprochen. Werte unter 11 g/dl zeigen eine Anämie an.

Um einen Eisenmangel eindeutig zu diagnostizieren, werden jedoch auch andere Werte untersucht, wie beispielsweise der Ferritin-Gehalt und die Transferrin-Sättigung. Sind die Hämoglobinwerte nur leicht unterschritten, die restlichen hinzugezogen Parameter liegen jedoch normalen Bereich, ist meist keine medizinische Behandlung notwendig. Die Entwicklung des Eisengehaltes im Blut sollte aber in kurzen Abständen kontrolliert werden, um die Entstehung eines schweren Eisenmangels zu verhindern.

Letzte Aktualisierung: 24.03.2015